"Nur 82% aller PET-Flaschen werden recycelt."

PET

PET ist kein Synonym für Plastikflaschen, sondern beschreibt ganz spezifisch PET-Getränkeflaschen. Diese in jeder Grösse und Farbe, aber wichtig, dass es nur Getränkeflaschen sind. Was nicht in die Sammelstellen gehört sind Tetra Paks und andere Plastikflaschen wie Milch, Shampoos, Waschmittel etc. PET kann entweder in allen Supermärkten zurückgegeben werden oder aber an allen Sammelstellen entsorgt werden. Das Beste ist es, zunächst die Luft aus den Flaschen zu lassen und dann den Deckel zu verschliessen. PET ist einer der grössten Recyclingprodukte der Schweiz und kann doch so einfach vermieden werden. Vor allem im Haushalt und unterwegs. Nutzt doch Mehrwegflaschen und füllt euch diese für unterwegs ab. Daheim sind Alternativen wie ein Wassersprudler toll, um weniger PET zu nutzen. Schaut doch auch mal, ob es bei euch Möglichkeiten gibt, die Getränke in Glasflaschen zu kaufen anstatt in Plastik. Diese können an den Händler zurückgegeben werden und werden nach dem Waschen wieder in den Kreislauf zurückgeführt. PET hingegen wird aufbereitet und wiederverwendet. Um diese Rückführung zu finanzieren ist beim Kauf einer PET-Flasche ein vorgezogener Recyclingbetrag von CHF 0.018 inbegriffen. Die Aufbereitung an sich spart ca. 60% der Energie im Vergleich zur Neuproduktion einer PET-Flasche. Merken solltet ihr euch vor allem, dass nur die Getränkeflaschen in die PET-Entsorgung gehören, die mit einem PET-Recycling Schweiz Logo versehen sind. Nichts anderes!

Andere Plastikflaschen

Natürlich entsteht in einem Haushalt auch viel anderer Müll durch weitere Plastikflaschen. Zum Beispiel Reinigungsmittel oder Shampoos. Darunter versteht man auch die Milchprodukteflaschen. Entsorgt werden können diese ebenfalls in Supermarktfilialen. Gesammelt werden leere Plastikflaschen von Milchprodukten, Wasch- und Reinungsmittel, Shampoos, Duschmitteln, Seifen, Lotionen, Cremen, Essig, Öl, Saucen und Pflanzendünger. Ausgeschlossen sind Tetra Paks, Plastikflaschen aus dem Heimwerker-, Garten- und Autobereich, Schalen, Becher, Tuben, Folien und Nachfüllbeutel. Solche Produkte können immer wieder beim Hersteller entsorgt werden bzw. beim Kaufort. Vor der Entsorgung macht es immer Sinn, sich die Flasche noch einmal genau anzuschauen, ob irgendwo auf der Flasche vermerkt ist, dass sie zu Sonderabfällen zählt und dementsprechend gesondert entsorgt werden muss.

"Die Schweizer Bevölkerung recycelt jedes Jahr das Gewicht von 654'000 Elefanten."

Batterien

Batterien landet viel zu häufig einfach im Haushaltsmüll und entgegen vieler Annahmen, wird dieser nicht noch einmal sortiert bevor er in die Verbrennungsanlage geschmissen wird. So landen also auch viele Batterien und anderer nicht verbrennbarer Müll dort, wo er nicht landet sollte. In der Schweiz achtet man bei der Batterie-Entsorgung vor allem darauf, dass diese sachgerecht und kontrolliert entsorgt werden. Daher geschieht dies meistens in der Schweiz selber. Sie werden mechanisch und chemisch zerlegt, wobei vor allem Eisenmangan und Zink anfallen. Batterien bestehen allgemein aus Zink, Blei, Cadmium und Quecksilber und sind durch die enthaltenen Schwermetalle, Salze, Säuren und Laugen eine wahre Umweltbelastung. Es ist deshalb besonders wichtig, dass Batterien fachgerecht entsorgt werden. Jährlich werden Schweizweit rund 3’600 Tonnen Batterien verkauft. Dazu zählen alle, auch die Batterien für elektronische Geräte wie Telefone oder solche, die in der Elektromobilität eingesetzt werden. Achtet doch beim Kauf bitte darauf, dass ihr wiederaufladbare Batterien verwendet. Dies vor allem im Haushaltsgebrauch. So kann wenigstens ein wenig unnötiger Müll vermieden werden.

Leuchtmittel

Leuchtmittel enthalten Glas, Metall, Quecksilber, Natrium und andere Stoffe. Alles Stoffe, die wir nicht mit Gesundheit verbinden, aber der Mythos, dass gerade bei zerbrochenen Leuchtmitteln Leute zu Schaden kommen können ist nicht ganz begründet. Trotzdem macht es immer Sinn, dass ihr sofort gut lüftet, sollte bei euch ein Leuchtmittel zu Bruch gegangen sein. Dann kehrt ihr alles zusammen und könnt die Scherben luftdicht verpackt zu einer Sammelstelle bringen oder in den Kehricht rühren. Bitte beachtet: dies ist die einzige Variante, in der ein Leuchtmittel über den Kehricht entsorgt werden darf! Allgemein wird das Recycling von Leuchtmitteln durch eine vorgezogene Recyclinggebühr finanziert. Diese wird vom Kunden beim Kauf mitgezahlt und beläuft sich aktuell auf 18 Rappen pro Stück. Leuchtmittel können entweder beim Händler kostenlos zurückgegeben werden oder aber bei einer offiziellen Sammelstelle abgegeben werden. Hier ist zu beachten, dass LED-Lampen zum Beispiel separat gesammelt werden sollten. Allgebrauchsglühlampen und Halogenlampen können zum Beispiel über den Hauskehricht entsorgt werden.

"Brummt die Wirtschaft, fällt automatisch mehr Müll an - ein trauriger Kreislauf"

Glas

Glasgetränkeflaschen, Konfigläser oder Joghurtgläser können an allgemeinen Sammelstellen entsorgt werden. Diese werden von Gemeinden zur Verfügung gestellt. Nicht in diese Entsorgungsbehälter gehören Trinkgläser, Glühbirnen, Spiegel- oder Fensterglas. Wichtig ist, dass Papieretiketten nicht entfernt werden müssen. Die Gläser aber vorher einmal auszuspülen ist dennoch wichtig. Beim Entsorgen ist euch mit Sicherheit bereits aufgefallen, dass wir gebeten werden nach Farben zu sortieren. Dies ist vor allem für Braun- und Weissglas besonders wichtig. Diese haben eine Null-Toleranz zu Fremdfarben, wohin gegen Grünglas auch ein wenig andere Glasfarben vertragen kann. Bei der Entsorgung sollten die Verschlüsse entfernt werden, sodass das Einschmelzen problemlos erfolgen kann. Interessant ist, dass Altglas immer wieder und wieder eingeschmolzen werden kann. Weiterhin entsteht aus 1 kg Altglas auch wieder 1 kg Neuglas, also haben wir hier keine Verluste zu melden. 

Weiss- und Stahlblech

Das beschreibt vor allem all die Dosen, in denen wir Konserven kaufen. Zum Glück ist der Konsum von Getränken in Dosen arg zurück gegangen. Finanziert wird das Recycling von Blech durch die Abfüllbetriebe in der Schweiz und den Importeuren von Dosen. Diese geben einen vorgezogenen Recyclingbetrag pro Verpackung ab. Beim Entsorgen, welches ebenfalls an jeder Gemeindesammelstelle erfolgt, könnt ihr gerne die Dosen zusammendrücken. So kann Platz gespart werden und Transport- sowie Logistikkosten verringern sich.

"420 Zeitungsbündel sammelt ein Schweizer pro Jahr"

Karton und Papier

Karton und Papier kann entweder an Sammelstellen abgegeben werden oder aber zuhause gebündelt werden und wird dann abgeholt. Wichtig ist, dass kunststoffbeschichtete Kartons nichts im Altpapier zu suchen haben. Dies gilt vor allem auch für Bücher und Magazine. Entfernt ihr aber den Einband können diese der Papiersammlung mitgegeben werden. Viele von uns sammeln unseren Karton oder Papiere auch in Papiertragetaschen und entsorgen es dann so, ist auch bequem zum bündeln. Doch auch die Tragetaschen haben nichts zu suchen im Altpapier. Die Beschichtung würde im Recyclingprozess Probleme verursachen. Zwar ist die Wasser-Resistenz im Alltag ein Vorteil, im Recycling jedoch ein Nachteil. Es gibt für fast alle Abfälle eine passende Entsorgungslösung und es ist wirklich wichtig, dass man sich damit auch auseinandersetzt. Denn viele Schäden entstehen tatsächlich erst, wenn wir falsch entsorgen und damit den Recyclingprozess stören. Trotzdem bin ich weiterhin davon überzeugt, dass bereits vorher eingeschritten werden sollte, nämlich bei der Vermeidung von Müll. Überlegt euch, wie ihr verhindern könnt, dass bei euch überhaupt so viel Müll entsteht. Verzichtet wo es geht auf Verpackungen, kauft mit eigenen Behältern in Unverpackt-Läden oder auf dem Markt ein, kauft grössere Mengen ein und lagert diese zu Hause und und und. Es gibt so viele Dinge, die ihr bzw. wir tun können und ich finde es wichtig, dass wir uns dies immer wieder vor Augen führen und offen sind für Alternativen.

Dennoch hoffe ich, dass ich euch ein wenig helfen konnte, wie ihr richtig recycelt und euch vor allfälligen Stolpersteinen warnen könnte. Wie immer wünsche ich euch eine tolle Zeit und freue mich über Rückmeldungen.

Nachhaltige Grüsse,